„Von Wein und Mandeln“ am 30. März 2019

April 5, 2019

Treffpunkt war der Wanderparkplatz in Birkweiler. Und dort gab es zum Auftakt einen Sekt – und zwar 2016 Rosé brut vom Weingut Dr. Wehrheim in Birkweiler. Mit Blick auf den Kastanienbusch bei frühlingshaften Temperaturen und leuchtendem Sonnenschein machte die animierende Lachsfarbe Lust auf den ersten Schluck.Dazu gab es eine Himbeermandel, die mit Ihrer cremigen Ummantelung die feine Perlage des Sekts unterstützte und die frischen Fruchtaromen insbesondere im Nachhall nochmals betonte. Als Aperitif ein gutes Team.

Zum Mandelhain ging es mit einem kurzen Abstecher durch den Birkweiler Kastanienbusch, eine der bekanntesten Einzellagen an der Südlichen Weinstraße und klassifizierte Lage des VDP. Der Name kommt von den Esskastanienbäumen, die im milden Klima der Pfalz prima gedeihen. Die Besonderheiten dieser Lage sind zum einen ihr spezielles Kleinklima durch die Lage in einem Talkessel geschützt durch einen Höhenzug des Pfälzer Waldes, zum anderen die unterschiedlichen Böden und Gesteinsschichten, die Reben, Trauben und damit die Weine entscheidend beeinflussen.

Angekommen im Mandelhain gab es weitere Weine von Birkweiler Weingütern zu verkosten und darüber hinaus zu entscheiden, ob und wie sie zu den gereichten Häppchen passen. Der Blick reichte in das Rheintal und auf eine weitere interessante Lage, den Birkweiler Mandelberg. Muschelkalk und eine durch die Süd-Südost-Ausrichtung optimale Sonneneinstrahlung sind wesentliche Charakteristiken und lassen vor allem die Burgundersorten wunderbar reifen. Im Boden findet man immer wieder Versteinerungen von Meeresflora und -fauna.

Als ersten Wein hatten wir den 2018er MUSCHELKALK Weißburgunder, Birkweiler Mandelberg vom Weingut Ökonomierat Kleinmann im Glas. Dazu gab es Gewürzmandeln, die mit der geschmeidigen Fruchtigkeit und der leichten Restsüße des Weins spielten und sich gegenseitig in ihrer Aromatik unterstützten. Die Mandel an sich verstärkte die Cremigkeit des Weins. Als„zweiter Gang“ wurde der 2018er Mandelberg Chardonnay aus dem Tonstein vom Weingut Wolf offeriert. Der noch junge Wein hatte kräftige Holznoten, die aber richtig gut mit dem Mandelbrot und den zweierlei Mandelpestos, die ebenfalls kräftig im Geschmack waren, harmonierten. Die Holznoten wurden in die Speise eingebunden und die feinen gelben Fruchtnoten sowie Zitrusaromen kamen zum Vorschein.

Der dritte Wein, eine 2018er Scheurebe trocken vom Weingut Gies-Düppel, wurde zusammen mit Mandel-Ingwer-Spie ßen vom Hühnchen und Mandel-Rosinen-Couscous angeboten. Die kräftigen und klaren Aromen von schwarzer Johannisbeere und exotischen Früchten der Scheurebe und ihre Frische fanden in der Speise eine gute Ergänzung. Trink- und Essfreude pur.

Wie bereits Jean Anthelme Brillat-Savarin (1755-1826), ein französischer Schriftsteller, Philosoph und Gastronomiekritiker (oder auch Gastrosoph) sagte: „Ein gutes Essen ohne Dessert ist wie eine einäugige Schönheit“. In diesem Sinne war ein Dessert unbedingt erforderlich und es gab daher zu einem „schlotzigen“ Spanischen Mandelkuchen die 2017er Kastanienbusch Riesling Auslese vom Weingut Siener. Ein richtig belebender Abschluss mit dem animierenden fruchtigen Süße-Säure-Spiel des Weins und der herausragenden Mandeligkeit des Kuchens.

Der Nachmittag hat allen Teilnehmern gezeigt, welches enorme Potential in den Weinen des Weinortes Birkweiler liegt. Ein herzliches Dankeschön an die Winzer für ihre ausdrucksstarken Weine, die alle eine individuelle Handschrift des jeweiligen Weinguts tragen.

Und hier noch ein paar Rezepte zum Ausprobieren – die passenden Weine dazu gibt es bei den oben vorgestellten Weingütern:

Mandelbrot (für 2 Brotlaibe):

300g Mandeln, geschält (davon 100g mahlen und 200g hacken), 1000g Weizenmehl, 2 EL Salz, 300g Quark, 2 Würfel frische Hefe, 2 EL Zucker, 80g Butter

Die gemahlenen Mandeln in einer Pfanne ohne Fett rösten, abkühlen lassen und dann mit dem Mehl in einer Schüssel mischen. Salz und Quark hinzugeben. Die Hefe mit dem Zucker und ca. 200ml lauwarmen Wasser zum Mehl geben und alles zusammen zu einem festen Teig kneten. Zugedeckt an einem warmen Ort ca. 90 Minuten gehen lassen.

Die Butter erhitzen und die gehackten Mandeln darin goldbraun rösten, abkühlen lassen und anschließend unter den Teig kneten. Den Teig weitere 30 Minuten gehen lassen. Zwei ovale Laibe formen,viermal quer einritzen und auf einem Backblech bei 200 Grad Ober-/Unterhitze ca. 50 Minuten backen.

 

Spanischer Mandelkuchen:

500g geschälte Mandeln(mahlen), 500g Zucker, 10-12 Eier (je nach Größe), Zimt, Zitronenabrieb 

Mandeln, Zucker und 6 Eier langsam schlagen, danach die restlichen Eier unter ständigem Schlagen zugeben und so lange weiter schlagen, bis die Masse zähflüssig bis steif wird. Zimt und Zitronenabrieb unterrühren. Eine Kuchenform (30cm Durchmesser) fetten. Den Teig einfüllen und bei ca. 190 Grad Ober-/Unterhitze backen (ca. 25-40 Minuten,abhängig vom gewünschten Bräunungsgrad). Den Kuchen nach dem Backen abkühlen lassen und danach mit Puderzucker bestreuen.

 

Mandel-Fenchel-Paste:

30-50g Mandeln (Stifte), 1 kleine Fenchelknolle mit Grün, 1-2 Knoblauchzehen, 150g entsteinte grüne Oliven, etwas glatte Petersilie, 1-3 Stängel frischer Estragon, 1 EL Kapern und 1 TL Fenchelsamen, 8 EL Olivenöl, Meersalz und Pfeffer nach Geschmack

Die Mandeln ohne Fett in einer Pfanne rösten und abkühlen lassen. Den Fenchel waschen und den Strunk entfernen. Danach das Fenchelgrün und den Fenchel klein hacken. Den Knoblauch schälen und klein hacken. Petersilie und Estragon waschen und die Blättchen abzupfen. Die Kapern abspülen und abtropfen lassen. Danach mit dem Fenchel, mit Knoblauch, Oliven, den Kräutern, Fenchelsamen und Olivenöl in ein hohes Standgefäß füllen, Mandeln dazu und alles zu einer Paste pürieren. Die Paste mit Salz und Pfeffer abschmecken. 

Guten Appetit!!

 

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