Sekt & Co

January 23, 2020

Sekt & Co am 22. November im Weingut Graeber war die Jahresabschlussveranstaltung für 2019. Für die anstehenden Weihnachtstage und Silvester gab es einige prickelnde Tipps. Auftakt war der 2017 Pinot blanc de noirs brut vom Weingut Graeber in Edenkoben. Das Weingut ging im Juli 2019 auf neue Eigentümer über. Wir sind gespannt, mit welchen Weinen die Familie Berizzi im Frühjahr 2020 den Markt erobern wird. Der Sekt stammte noch aus der Produktion von Nicole Graeber und brachte Frische sowie zarte rotbeerige Frucht auf die Zunge. Ein anregender Einstieg in den Abend.

Weiter ging es damit, den Unterschied zwischen Sekt und Secco aufzuzeigen. Dazu gab es die perlende Fräulein Hu vom Weingut Wechslerin Westhofen. Huxelrebe, Müller-Thurgau, Weißburgunder, Riesling und Scheurebe geben sich die Ehre. Die erfrischende Säurestruktur mit saftiger Frucht bieten ideale Voraussetzungen für einen sommerlichen Appetitmacher.

Und was ist eigentlich PetNat? Ausgeschrieben Pétillant Naturel – eine relativ neue und doch ganz alte Form des Schaumweins. PetNat ist ein prickelnder Wein. Als Perlwein schwach prickelnd, als Schaumwein deutlich prickelnd. Er stammt immer aus Flaschengärung, die jedoch nicht erst auf der Flasche beginnt. Es wird bereits gärender Most in die Flasche gefüllt, in der er weiter gärt. Verkostet wurde ein PetNat vom Weingut Janson-Bernhard im Zellertal – Weißburgunder mit etwas Auxerrois. Naturtrüb und mit einer feinen, aber vollmundigen Textur. Herb und mineralisch.

Eine in unserer Region unbekannte Rebsorte – der Rote Elbling – war Rebsorte des nächsten Sekts. Der Elbling gehört zu den ältesten Weißweinreben Europas. An der Obermosel gibt es eine 2000jährige Anbautradition. Und von der Obermosel kam auch der Rote Elbling brut vom Weingut Hubertus M. Apel in Nittel. Versektet nach traditioneller Flaschengärung mit 24-monatigem Hefelager zeigte sich ein angenehmes Fruchtbouquet, prickelnde Frische, belebende Säure, leichte Fruchtsüße und kräftige Mineralik.

Von Deutschland ging es nach Italien und zum häufig unterschätzten Lambrusco - 2018 Villa di Corlo Lambrusco Grasparossa di Castelvetro Secco DOC von der Azienda Agricola Villa Di Corlo in Baggiovara. Das Weingut hat gutes Potential mit den Vorurteilen gegenüber Lambrusco aufzuräumen. Wer Lambrusco als süßen, dünnen und einfachen Wein im Kopf hatte,konnte sich vom Gegenteil überzeugen. Strahlende rote Farbe, feinfruchtiges Bouquet mit Sauerkirschnoten, harmonisch eingebundene Perlage am Gaumen mit einem langen, angenehmen Nachhall. Die Familie Munari, die das Weingut betreibt,bewirtschaftet etwa 25 Hektar Rebfläche und das seit circa 100 Jahren.

Cava – ein spanischer Schaumwein, nur echt mit dem Stern im Korken. Wir hatten einen Cava mit den drei klassischen Rebsorten Parellada, Xarel lo und Macabeo (auch als Viura bekannt). Der Bohigas Cava Reserva brut von den Fermi Bohigas, Finca Can Macià in Odena/Barcelona zeigte reife Noten von hellen Früchten, Mango und etwas Hefe sowie auch Honig im Hintergrund. Im Mund war er körperreich und hatte einen richtig langen Nachhall. Can Macià liegt etwa 60 km südwestlich von Barcelona entfernt. Jordi Casanova-Bohigas führt das Unternehmen. Die Wurzeln seines Namens reichen tatsächlich in die bekannte Familie Casanova zurück.

Auch die neue Welt, wie beispielsweise Südafrika, kann hochwertige Schaumweine aufweisen. Die Cap Classique Sekte vom Kap, bekannt als „MCC“ (Methode Cap Classique) beweisen dies. Graham Beck Brut Chardonnay Pinot Noir trägt alles im Namen, was wissenswert ist. Traditionelle Flaschengärung ist ein Muss. Bereits Nelson Mandela und Barack Obama durften mit Graham Beck Schaumweinen anstoßen – und jetzt wir. Zarte Hefenoten und angenehme Fruchtigkeit, üppige Cremigkeit und feine Perlage zeichneten den Schaumwein vom Graham Beck Estate in Robertson aus.

Zurück in die alte Welt - nach Frankreich an die Loire. Crémant de Loire ist ein französischer weißer oder roséfarbener Schaumwein, der beidseits der Loire und einiger ihrer Nebenflüsse angebaut wird. Auch hier eine für uns zum Teil fremde Rebsortenzusammensetzung – mit 60% Chenin Blanc, 20% Chardonnay und 20% Cabernet Franc wirkte der Langlois Brut, Crémant de Loire AOP vom Weingut Langlois Chateau in St-Hilaire St-Florent vollmundig, frisch-fruchtig und zeigte eine elegante und feine Perlage. Weiße Blüten und etwas Pfirsich in der Nase, cremig und klar am Gaumen.

Zum Abschluss gab es noch Champagner: Champagne Bonnaire Rosé brut, Champagne AOC von Bonnaire in Cramont. Das Weingut liegt im Herzen der Côte des Blancs. Harmonisch im Duft, fruchtig, zart und lang präsentierten sich Chardonnay und Pinot Noir. Mit einer Dosierung mit 8g/l ergab sich ein ausgewogener Trinkfluss, von dem alle gerne noch mehr hätten genießen können.

Vielfalt in der Welt der Schaumweine war kein leeres Versprechen, sondern zeigte sich deutlich mit den präsentierten Produkten.

Verkostungsflaschen vom 22.11.2019
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